Hotelgastronomie Ja oder Nein?

Die Frage ob sich ein eigener Hotelgastronomie Bereich lohnt oder nicht, hängt nicht nur von Tatsachen wie Lage und Konkurrenz ab. Auch die eigene Bereitschaft, sich für neue Ideen und Food & Beverage Konzepte zu öffnen, ist entscheidend.

So belastend ein Hotelrestaurant mitunter auch sein kann, so profitabel kann es umgekehrt sein. Neben einer professionellen Führung ist ein stimmiges Gastronomiekonzept die Basis eines erfolgreichen Hotelrestaurants. Um den Gastronomiebereich im Hotel zu einer profitablen Einnahmequelle zu machen, bedarf es neben gutem Essen auch:

  • einer unverwechselbaren Identität sowie
  • eines einladenden Designs & Interieurs.

Mit diesen Zutaten wird die kulinarische Genussreise deiner Gäste auf mehreren Sinnesebenen erlebbar gemacht und somit die Gästezufriedenheit in jeder Hinsicht gesteigert.

Die deutsche Hotelgastronomie im Aufwind

Während beispielsweise in Amerika Kooperationen zwischen Hotels und Brand-Restaurants gang und gäbe sind, hat die Hotelgastronomie hierzulande des Öfteren noch mit dem einen oder anderen Imageproblem zu kämpfen. Was braucht es, um ein Hotelrestaurant profitabel zu führen und auch Gäste von außerhalb anzulocken?

Diesbezüglich gilt das Hamburger East Hotel in Deutschland als einer der Vorreiter für eine neue Generation der Hotelgastronomie. Das Hotel hat sein Gastronomiekonzept marketingmäßig sogar über den eigentlichen Hotelbetrieb gestellt. Mit dem Erfolg, dass das Restaurant heute ein Fixstern in der Hamburger Szenegastronomie ist.

Als wegweisend gilt auch das internationale Food & Beverage Konzept der 25 hours Hotels. Dieses ist nicht nur auf Städtereisende, sondern auch auf digitale Nomaden und Coworker sowie auf die hiesige Bevölkerung ausgerichtet.

Hotel- und Gastronomiekonzept im Einklang

Experten aus der Hotellerie- und Gastroszene sind sich darüber einig, dass die Hotelgastronomie heutzutage mehr bieten muss als einen eigenen Restauranteingang oder eine eigene Adresse. Vielmehr muss das F & B Konzept zum bestehenden Hotelkonzept passen. Darüber hinaus muss die Hotelgastronomie auch attraktive Anreize bieten, die über das Kulinarische hinausgehen. Dabei solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Was willst du mit deinem F & B Konzept erreichen?
  • Welche Zielgruppe willst du ansprechen?
  • Was erlaubt der Standort deines Hotels?
  • Was bieten deine Mitbewerber an?

Wenn du die Antworten gefunden hast, kannst du vom passenden Frühstückskonzept bis hin zu attraktiven Lunch- und Businessangeboten sowie Fine-Dining mit Live-Musik so ziemlich alles anbieten, was der Markt erlaubt. Dabei lohnt es sich heutzutage mehr denn je, über den sprichwörtlichen Tellerrand hinauszudenken und die tradierten Vorstellungen leicht angestaubter Hotelrestaurants über Bord zu werfen.

Was bewegt Menschen, ein Restaurant aufzusuchen?

Neben der Auswahl aus einem vielfältigen kulinarischen Angebot (87 %) sind es einer Umfrage zufolge vorrangig zwei Kriterien, die für einen Restaurantbesuch besonders wichtig sind:

  1. Service (98 %)
  2. Ambiente und Design (92 %)

Wie wird die Hotelgastronomie zum Gästemagnet?

Neben dem passenden Gastronomiekonzept ist qualifiziertes Personal in der Küche und im Servicebereich ein weiterer Schlüssel zum Erfolg. Darüber hinaus sind auch Basics wie

  • Energieeffizienz und Funktionalität des Küchenequipments im Zusammenhang mit
  • nachhaltigem Einsatz der Lebensmittel und Getränke sowie
  • eine umweltfreundliche Lager- und Abfallwirtschaft

für den Erfolg oder Misserfolg in der Hotelgastronomie verantwortlich. Um die Kosten für den Erhalt und den Betrieb eines F & B Bereiches langfristig niedrig zu halten, lohnt es sich, in eine zeitgemäße und ressourcenschonende Ausstattung zu investieren.

Zeitgemäße Food & Beverage Konzepte in der urbanen Hotelgastronomie

Durch die fortschreitende Digitalisierung hat sich nicht nur das Reiseverhalten verändert. Auch Arbeitswelt steht vor einem Umbruch. Die Grenzen zwischen Beruf und Urlaub verschwimmen immer mehr. In der Hotellerie etwa hat der digitale Check-In-Vorgang Rezeptionsbereiche in den Lobbys kleiner werden lassen. Platz für neue Möglichkeiten, wie Coworking- und Community-Spaces tut sich auf.

Zahlreiche Hotels im urbanen Raum haben darauf reagiert. In offenen Lobbybereichen werden nicht nur digitale Arbeitsplätze angeboten. Vielmehr hat sich mancherorts die Lobby zu einer Art zweites Wohnzimmer mit inkludiertem Food & Beverage Bereich verwandelt. Ein Best Practice Beispiel ist das Hotel Ruby Lilly in München. Das Haus hat bewusst auf ein eigenes Hotelrestaurant verzichtet – da die Stadt ohnehin schon eine sehr hohe Dichte an renommierten Restaurants aufweist. Stattdessen hat das Ruby Lilly sein Food & Beverage Konzept auf ein Frühstücksangebot sowie italienische Snacks und Cocktailspezialitäten beschränkt. Damit wird sowohl Städte- und Geschäftsreisenden als auch Einheimischen, die hier gerne auf einen Kaffee oder Drink vorbeikommen, eine exklusive F & B Auswahl angeboten.

Das Superhotelier Best-practice-Beispiel

für ein einfach umzusetzendes und umsatzgenerierendes Gastronomiekonzept stammt aus dem carathotel Basel/Weil am Rhein.

Hier wurde das Restaurant „Hazienda“ mit texanisch-mexikanischer Küche und ebensolchem Ambiente so erfolgreich in die Lobby integriert, dass auch Nicht-Hotelgäste aus der Schweiz sowie aus der Umgebung ins carathotel zum Essen kommen. Darüber hinaus animiert die neue gesellige Atmosphäre viele Restaurantbesucher nach dem Essen zu einem abschließenden Besuch in die Hotelbar.

Die Hotelgastronomie in der Urlaubshotellerie

Ein Ferienhotel hingegen benötigt in der Regel ein Hotelrestaurant. Aber auch ein klassisches Restaurant kann sowohl Hotelgäste als auch Einheimische aus der Region ansprechen. Denn einerseits möchten viele Urlaubsgäste nach ihren Tagesaktivitäten am Abend entspannen, gut essen und sich unterhalten, ohne dabei das Hotel verlassen zu müssen.

Andererseits haben Einheimische nicht immer ein großes kulinarisches Angebot zur Auswahl. Da kann ein Restaurant mehr im Ort – egal ob in einem Hotel oder nicht – sehr willkommen sein. Vorausgesetzt das Angebot und der Preis stimmen. Wenn sich die Restaurantpreise am Marktpreis orientieren und nur minimal teurer sind, wird auch die lokale Bevölkerung nicht abgeschreckt werden, ein Hotelrestaurant zu besuchen.

Marketing und Kommunikation für das hoteleigene Restaurant

Viele wissen oft nicht, dass man in einem Hotelrestaurant auch als Nicht-Hotelgast essen kann. Andere wiederum fühlen sich oft als „Eindringlinge“, wenn sie die Lobby durchqueren müssen und wollen deshalb nicht in ein Hotelrestaurant essen gehen.

Um diesbezügliche Hemmschwellen abzubauen, solltest du dein Hotelrestaurant auch auf deiner Webseite so präsentieren, dass es für jeden klar ersichtlich ist, dass in deinem Restaurant sowohl Hotelgäste als auch Gäste von außerhalb herzlich willkommen sind.

Superhotelier-Fazit

Ein profitabel geführtes Hotelrestaurant kann auch in Zeiten mit wenig Auslastung im Hotel eine finanziell interessante Option sein. Damit ein Hotelrestaurant oder Food & Beverage Bereich zu einem beliebten Treffpunkt und Gästemagnet wird, sind innovative und kreative kulinarische Konzepte ebenso wichtig, wie die Positionierung des Restaurants als eigenständigen Betrieb. Dabei ist die Zusammenarbeit mit einem Experten aus der Gastroszene – sofern du nicht selbst einer bist – sicher eine der besten und erfolgversprechendsten Vorgehensweisen.

Ob du dein Hotelrestaurant letztendlich in Eigenregie führst oder eine Kooperation mit einem Gastronomen aus deiner Region anstrebst: das Superhotelier-Netzwerk bietet dir nicht nur ausstattungsmäßig alles für Hotelrestaurant und F & B Bereich, sondern steht auch in engem Kontakt mit versierten Fachleuten aus der Hotellerie- und Gastroszene, die dir mit ihrem Know-how gerne zur Seite stehen.